Freitag, 17. September 2021

GETEC:
Erstes klimaneutrales Gewerbegebiet


[12.7.2021] Das Gewerbegebiet Blurado in Radolfzell soll das erste in Deutschland werden, das zu 100 Prozent aus regenerativen Energien versorgt wird. GETEC wird Investor und Betreiber sein.

Spatenstich für Deutschlands erstes Gewerbegebiet, das zu 100 Prozent aus regenerativen Energien versorgt wird. GETEC wird in Radolfzell Investor und Betreiber des ersten Gewerbegebiets in Deutschland, das zu 100 Prozent aus regenerativen Energien versorgt wird. Am 9.Juli 2021 wurde der offizielle Spatenstich gesetzt und somit der Grundstein für den Clean Energy Park Blurado gelegt. Der Baubeginn für interessierte Unternehmen ist ab dem Jahr 2022 möglich. Im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung, bei der drei Energieversorger ein finales Angebot abgegeben hatten, setze sich GETEC mit dem besten und innovativsten Konzept durch. Das berichtet GETEC. Der Gemeinderat der Großen Kreisstadt Radolfzell am Bodensee hat diese Zusammenarbeit der Stadt Radolfzell mit der Firma GETEC durch seine Entscheidung am 3. November 2020 bestätigt. „Das Projekt verdeutlicht die zukunftsweisende und nachhaltige Ausrichtung Radolfzells als Wirtschaftsstandort und Umweltstadt“, betont Radolfzells Oberbürgermeister Martin Staab.
„Moderne Quartiere und Business Parks von morgen sind smart, grün und effizient. Die Mission von GETEC ist es, unsere Kunden auf ihrem Weg zu einer klimaneutralen Produktion zu unterstützen. Der neue Clean Energy Park Blurado ist ein absolutes Vorzeigeprojekt mit Leuchtturm-Charakter gleich in zweierlei Hinsicht. Als Vorreiter für eine einzigartige Partnerschaft und Zusammenarbeit zwischen Kommune, öffentlichem Unternehmen und Privatwirtschaft und als erster emissionsneutraler Businesspark Deutschlands“, sagt Michael Lowak, Segment CEO Immobilienwirtschaft der GETEC Group.

Modernste Energietechnik mit Agrothermie

Ermöglicht wird der vollständige Verzicht auf fossile Energieträger durch ein kaltes Nahwärmenetz, eine sogenannte Agrothermieanlage, sowie einer Stromerzeugung mittels Photovoltaikflächen, die zusätzlich zu der Versorgung der Wärmepumpen auch Teile des Stromverbrauchs in den Unternehmen abdecken. So können die Unternehmen auf eine CO2-neutrale Versorgung von Wärme und Strom zurückgreifen.
Bei der Energiegewinnung durch Agrothermie werden etwa zwei Meter unter der Erdoberfläche Erdwärmekollektoren in benachbarten Acker- und Wiesenflächen verlegt. Diese Kollektoren nutzen die Temperaturverhältnisse des Bodens und liefern den Gewerbebetrieben die Wärme im Winter und über sogenannte Temperaturrückführung auch Kälte zur Gebäudeklimatisierung im Sommer. Die Photovoltaikanlage ergänzt die Energiegewinnung im Gewerbegebiet. Diese autonome Energieversorgung macht das Gewerbegebiet zu einem innovativen und bundesweit einzigartigen Projekt: ein sogenannter Clean Energy Park.
Das klimaneutrale Gewerbegebiet wurde bereits als Best-Practice-Beispiel im Klimaschutz ausgezeichnet. Zusammen mit der Internationalen Hochschule Bodensee hat die Stadtverwaltung Radolfzell am Forschungsprojekt Gewerbegebiete 4.0 teilgenommen und die zukunftsweisende Auszeichnung erhalten.
Bei der Platzierung des Gewerbegebiets und der Agrothermieflächen wurde darauf geachtet, dass ein angemessener Abstand zu den umliegenden Biotopflächen gewahrt bleibt. Die Verlegung der Agrothermiekollektoren stellt einen minimalen Eingriff in das Bodengefüge dar. Mit wiederkehrenden Messungen verschiedener Parameter werden mögliche Veränderungen im Boden überwacht.

Großes Interesse an Grundstücken

Auf den neuen Gewerbeflächen können die Unternehmen auf eine klimaneutrale Versorgung von Wärme und Strom zurückgreifen. Und dies ist neben den ökologischen auch mit ökonomischen Vorteilen für die Unternehmen verbunden.
Zahlreiche Unternehmen haben Interesse an den Grundstücken bekundet. Zwei Optionsverträge für Grundstücke wurden durch den Gemeinderat bereits beschlossen. Drei weitere werden derzeit verhandelt. Für die Weiterentwicklung der Stadt werden weitere Gewerbeflächen benötigt, welche die Zukunftsfähigkeit des Mittelzentrums Radolfzell sicherstellen und die passende Gewichtung zwischen Arbeits-, Lebens- und Wohnraum in der Stadt erhalten.
Die besondere Herausforderung für den Standort Radolfzell: 82 Prozent der Flächen im Stadtgebiet stehen unter Schutz, das heißt sie sind Naturschutz-, Landschaftsschutz-, Vogelschutz-, Grünzäsuren- oder Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie-Gebiete. Durch die Erschließung der mittelfristig geplanten Gewerbeflächen Kurzer Sod und Fohrenbühl soll der Bedarf gedeckt werden. (ur)

https://www.getec-energyservices.com

Stichwörter: Klimaschutz, GETEC, Radolfzell, Agrothermie, Kaltes Wärmenetz, Nahwärme, Photovoltaik

Bildquelle: GETEC

Druckversion    PDF     Link mailen


 Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Klimaschutz

Kreis Recklinghausen: Kreisweite Klimakampagne gestartet
[15.9.2021] Der Kreis Recklinghausen hat jetzt mitsamt seiner zehn kreisangehörigen Städte die Kampagne „Gemeinsam für ein gutes Klima in Vest“ gestartet. Darin werden den Bürgerinnen und Bürgern Anregungen gegeben, mit kleinen Alltagshandlungen einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. mehr...
Der Kreis Recklinghausen hat jetzt mitsamt seiner zehn kreisangehörigen Städte die Kampagne „Gemeinsam für ein gutes Klima in Vest“ gestartet.
Gimbweiler: Nahwärme als Erfolgsmodell
[14.9.2021] Der rheinland-pfälzische Staatssekretär Erwin Manz hat das Nahwärmenetz der Gemeinde Gimbweiler eingeweiht. Das Klimaschutzministerium förderte das Projekt mit 151.000 Euro. mehr...
Hannover: Schneller raus aus der Kohle
[13.9.2021] Hannover will schneller aus der Kohle aussteigen. Dazu gehört die Abschaltung des Kohlekraftwerks Stöcken bis 2026. mehr...
Agora Energiewende: Höhere Klimainvestitionen nötig
[13.9.2021] Die Klimaziele für 2030 erfordern eine Verdreifachung der Investitionen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie von Agora Energiewende. mehr...
Klima-Bündnis: Städtenetzwerk verabschiedet Charta
[10.9.2021] Das größte europäische Städtenetzwerk Klima-Bündnis will ein Zeichen für mehr Klimaschutz setzen. Hierfür verabschieden die Mitglieder eine zukunftsweisende Charta. mehr...

Suchen...

 Anzeige

 Anzeige

Aktuelle Information des Verlags


In Zeiten der Corona-Pandemie werden wir aktuelle Ausgaben von stadt+werk allen Interessierten bis auf weiteres kostenfrei digital zur Verfügung stellen. Weisen Sie bitte auch Ihre Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice auf diese Möglichkeit hin.

Wenn Sie stadt+werk auch künftig regelmäßig als Print- und Digitalausgabe erhalten möchten, freuen wir uns über ein Abonnement.

stadt+werk, Ausgabe 7/8 2021
stadt+werk, Ausgabe Sonderheft 2021
stadt+werk, Ausgabe 5/6 2021
stadt+werk, Ausgabe 3/4 2021

Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich Klimaschutz:
Trianel GmbH
52070 Aachen
Trianel GmbH

Aktuelle Meldungen