BDEW-Waermewend-2406.05-rotation

Sonntag, 23. Juni 2024

Studie:
Dezentrale Elektrolyse im Vorteil


[11.3.2022] Eine neue Studie zeigt die Vorteile dezentraler Elektrolyseure bei der Wasserstofferzeugung in Deutschland.

Dezentrale Elektrolyseure verbessern die Energieausbeute aus Wind- und Solaranlagen, machen unser Energiesystem resilienter und sparen Netzausbaukosten. Dies zeigt eine neue Studie des Reiner Lemoine Instituts (RLI) im Auftrag der Ökoenergiegenossenschaft Green Planet Energy (vormals Greenpeace Energy). Solche dezentral eingesetzten Elektrolyseure nutzen lokale Überschüsse aus Wind- und Sonnenstrom volkswirtschaftlich vorteilhaft für die Produktion von grünem Wasserstoff. Sie können in vielen Netzgebieten in ganz Deutschland wirtschaftlich betrieben werden. Für einen netzdienlichen Betrieb eignen sich besonders Elektrolyseure mit einer Spitzenleistung von bis zu fünf Megawatt (MW), berechneten die Studienautoren. „Solche Elektrolyseure können flexibel auf das fluktuierende Dargebot an Wind- und Solarstrom und Steuersignale der Verteilnetzbetreiber reagieren. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Netzstabilität und Versorgungssicherheit. Das Energiesystem wird so effizienter, resilienter und kostengünstiger“, erklärt RLI-Geschäftsführerin Kathrin Goldammer.
Laut der Studie könnten netzdienliche kleine Elektrolyseure – je nach Ausbau der erneuerbaren Energien – in Summe bis zu 13,7 Terawattstunden grünen Wasserstoff pro Jahr produzieren. Das ist rund die Hälfte der von der Bundesregierung für das Jahr 2030 geplanten heimischen Produktionsmengen von grünem Wasserstoff. „Die Regierung setzt derzeit vor allem auf große Elektrolyseure“, sagt Carolin Dähling, Wasserstoff-Expertin von Green Planet Energy. „Wir raten dringend dazu, sie durch kleine Elektrolyseure zu ergänzen. Die neue Studie zeigt, dass diese unser künftiges erneuerbares Energiesystem erheblich stärken können. Parlament und Bundesregierung müssen dafür nun aber auch den passenden rechtlichen Rahmen schaffen", fordert Dähling. Dazu schlägt die Ökoenergiegenossenschaft vor allem drei Maßnahmen vor: Die Bundesregierung soll die Weichen stellen für die Installation von fünf Gigawatt netzdienlicher Elektrolyseure bis zum Jahr 2030. Die Bundesnetzagentur soll eine Karte vorlegen, aus der die geeigneten Standorte für solche Elektrolyseure hervorgehen. Eine befristete Förderung per Contracts for Difference (CfDs) soll eine rasche Installation netzdienlicher Elektrolyseure anschieben. CfDs gleichen für eine Übergangszeit die Preisdifferenz zwischen grauem und grünem Wasserstoff aus. (ur)

https://www.green-planet-energy.de
https://www.rl-institut.de

Stichwörter: Wasserstoff, Elektrolyseure, Reiner Lemoine Institut, Green Planet Energy



Druckversion    PDF     Link mailen


 Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Wasserstoff

Hamburg: Umrüstung des Kohlekraftswerks
[17.6.2024] Die Umrüstung des ehemaligen Kohlekraftwerks Moorburg zu einem Standort für die Wasserstoffproduktion schreitet voran, mit dem Baubeginn eines 100-Megawatt-Elektrolyseurs im Jahr 2025. Dieses Projekt ist ein zentraler Bestandteil der Hamburger Wasserstoffstrategie zur Dekarbonisierung von Industrie und Verkehr. mehr...
Ehemaliges Kohlekraftwerk Moorburg wird zu einem Standort für die Wasserstoffproduktion.
Salzlandkreis: Baustart für Wasserstoffprojekt
[17.6.2024] Im Salzlandkreis haben die Bauarbeiten für ein Wasserstoffprojekt begonnen. Ein neuer Windpark soll einen Elektrolyseur mit Strom versorgen, sodass Wasserstoff klimaneutral produziert werden und zur Dekarbonisierung des Bus-, Entsorgungs- und Schwerlastverkehrs beitragen kann. mehr...
Im Beisein von Sachsen-Anhalts Energieminister Armin Willingmann (6. v.l.) ist der Baustart für das Wasserstoffprojekt im Salzlandkreis gefallen.
Wärmeplanung: Nicht mit Wasserstoff rechnen
[13.6.2024] Ein neues Gutachten zeigt, dass die Umstellung der Gasnetze auf Wasserstoff noch nicht verlässlich gewährleistet werden kann. Kommunen sollten daher bei ihrer Wärmeplanung nicht von einer Wasserstoffversorgung der Haushalte ausgehen. mehr...
Kommunen sollten bei der Wärmeplanung nicht mit Wasserstoff rechnen.
Frankfurt am Main: ICB-Wasserstofftankstelle eröffnet
[5.6.2024] Das Frankfurter Busunternehmen ICB hat auf seinem Betriebshof eine Wasserstofftankstelle eröffnet, an der die 23 Busse der H2-Flotte direkt betankt werden können. mehr...
Ministerialrat Jörg Arne Egerter (links) und Mobilitätsdezernent Wolfgang Siefert eröffnen die ICB-Wasserstofftankstelle.
Schleswig-Holstein: 1,8 Millionen für Wasserstoffprojekt
[3.6.2024] Das unter der Federführung Schleswig-Holsteins stehende Interreg-Projekt hat jetzt eine Förderung von 1,8 Millionen Euro erhalten. Ziel des Projekts ist die innovative Wasserstoffnutzung im Schwerlastverkehr. mehr...

Suchen...

 Anzeige

Aboverwaltung


Abbonement kuendigen

Abbonement kuendigen
SMIGHT GmbH
76185 Karlsruhe
SMIGHT GmbH
Meriaura Energy Oy
22761 Hamburg
Meriaura Energy Oy
A/V/E GmbH
06112 Halle (Saale)
A/V/E GmbH

Aktuelle Meldungen