Handelsblatt

Mittwoch, 11. Dezember 2019

Emden:
Vorbild für Smart Cities


[8.11.2018] Emden ist dem Ziel der intelligenten Energiestadt näher gerückt. Konkrete Fortschritte gibt es in den Bereichen Verkehrssteuerung, dezentrale Energiesysteme, Gebäudetechnik und bei der Entwicklung einer Smart-City-Plattform.

Die Stadt Emden will in den kommenden Jahren mit einem Gesamtkonzept alle wichtigen Lebensbereiche digitalisieren. Eine treibende Rolle bei dem Vorhaben spielen die örtlichen Stadtwerke. Vor einem Jahr wurde mit dem Technologiekonzern Siemens ein Memorandum of Understanding unterzeichnet (wir berichteten). Jetzt zogen die Verantwortlichen auf einer Pressekonferenz eine erste Bilanz.
Manfred Ackermann, Geschäftsführer der Stadtwerke Emden, erklärte: „Wir sind auf einem guten Weg und können schon heute sagen, dass wir der intelligenten Energiestadt näher gerückt sind. Es hat sich bewährt, dass wir für die Umsetzung unserer Road Map von Anfang an die lokale Wirtschaft, die Hochschule Emden/Leer und viele Dienstleister eingebunden und Siemens als erfahrenen Partner an unserer Seite haben.“ Auch bei Siemens ist man mit der bisherigen Zusammenarbeit zufrieden: „Wir können in Emden eine neue Technik einführen. Emden hat schon heute Vorbildcharakter für die Möglichkeiten der Digitalisierung in Deutschland“, betonte Bernd Koch, Leiter Dezentrale Energiesysteme bei Siemens.

Transparenz über den Energieverbrauch

Konkrete Fortschritte gebe es in der Verkehrssteuerung, bei den dezentralen Energiesystemen, in der Gebäudetechnik und der Entwicklung einer IoT-Plattform (Internet of Things). Andreas Trautmann, Experte für städtische Infrastukturlösungen bei Siemens und federführend verantwortlich für das Projekt mit Emden, berichtete, dass im Bereich Gebäudetechnik größere Transparenz über den Energieverbrauch erreicht werden soll. Betreiber sollen auf einen Blick Fehlfunktionen erkennen und erfahren, wie Energieeinsparungen möglich sind. Aktuell werde daran gearbeitet, das Kulturviertel an das Energiedaten-Management-System Navigator anzubinden. Eine erste Kopplung sei bereits in der Umsetzung, acht weitere sollen folgen.

Bedarfsgerecht geregelter Verkehr

Im Bereich Verkehrssteuerung werde die Parkplatzsituation in Emden analysiert und erfasst. Nutzer der städtischen Keptn App sollen künftig auf ihrem Handy sehen, wo ein Parkplatz frei ist. Schrittweise werde die Anbindung an das Parkleitsystem und der Parkscheinautomaten erfolgen. Ziel sei es, die bestehende Infrastruktur mit zusätzlicher Sensorik und intelligenten Steuerungseinheiten auszubauen, sodass der Verkehr in Emden künftig bedarfsgerecht geregelt werden könne.
Beim zentralen Projekt des Entwicklungskonzepts „Intelligente Energiestadt“ wurden als erste Schritte eine Visualisierung des Energiesystems Emden und Berechnungen für den Fall einer hundertprozentigen erneuerbaren Versorgung inklusive notwendiger Speicher vorgenommen. Darüber hinaus wird an der Entwicklung der IoT-Plattform gearbeitet. Hier werden alle relevanten Daten gesammelt und zusammengeführt, was letztendlich für einen erheblichen Mehrwert für die Stadt, die Unternehmen und die Bevölkerung sorgen soll.

30 Prozent der Bürger nutzen Keptn App

Die Herausforderung, Emden zukunftsfit zu machen, findet auch in der Bevölkerung Resonanz, hieß es auf der Pressekonferenz. Wenige Monate nach Projektstart nutzen 30 Prozent aller Emder die Keptn App. Mit dieser haben die Nutzer stets alle relevanten Informationen über die Stadt dabei und können sich auch virtuell durch Emden bewegen. „Das zeigt uns, dass wir in Sachen Digitalisierung auf dem richtigen Weg sind,“ so Stadtwerke-Chef Ackermann. (al)

http://www.stadtwerke-emden.de

Stichwörter: Smart City, Siemens, Stadtwerke Emden



Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Smart City

Smart City: Emden zählt zu den Vorreitern
[22.11.2019] Emden platziert sich erneut unter den Top 20 im Smart City Ranking „Digitales Deutschland“ des Unternehmens Haselhorst Associates. Punkten konnte die ostfriesische Hafenstadt beispielsweise mit dem Ausbau des Glasfasernetzes und mit smarten Projekten zu den Themen Elektromobilität, intelligenter Energieverbrauch und Stadt-App. mehr...
Osnabrück: SWO Netz ist „Digitaler Ort“
[20.11.2019] Das Land Niedersachsen ehrt die Netztochter der Stadtwerke Osnabrück für das Veranstaltungsformat OSNA HACK, das im Juni dieses Jahres stattfand. mehr...
Für den OSNA HACK werden die Stadtwerke Osnabrück als Digitaler Ort Niedersachsen ausgezeichnet.
Energieforschung: Urban Lab der Smart City Wien Bericht
[19.11.2019] Rund 40 Prozent der gesamten Energie werden in Gebäuden verbraucht. Wer Klimaschutz ernst nimmt, muss also auch bei der Stadtplanung ansetzen. Die Stadt Wien erforscht deshalb im neuen Quartier Seestadt Aspern, wie die Energieversorgung der Zukunft aussehen kann. mehr...
Die Seestadt Aspern entsteht auf dem Gelände eines ehemaligen Wiener Flughafens.
Studie: 35 Smart-City-Projekte ausgewertet
[12.11.2019] Die aktuelle Studie „Aufbruch in eine smarte Zukunft" stellt Handlungsempfehlungen von 35 Smart-City-Pionieren vor. Erstellt wurde sie vom BET Büro für Energiewirtschaft und technische Planung im Auftrag des Verbands kommunaler Unternehmen. mehr...
Braunschweig: Agentur für Digitalisierung Bericht
[7.11.2019] Mit einer eigens gegründeten Digitalisierungsagentur unterstützt der Braunschweiger Energieversorger BS Energy die Stadt auf ihrem Weg zur Smart City. An dem Start-up beteiligt ist auch der Stadtwerke-Verbund Thüga. mehr...

Suchen...

 Anzeige

e-world

 Anzeige

Aktuelle Meldungen