Sonntag, 21. Juli 2019

Schleswig-Holstein:
Scharfe Kritik an LNG-Terminal


[21.6.2019] Für Helge Spehr, Vorstand des Verbands der Schleswig-Holsteinischen Energie- und Wasserwirtschaft (VSHEW), ist es „purer Irrsinn“, dass Fracking-Gas aus den USA am geplanten LNG-Terminal in Brunsbüttel angelandet werden soll.

VSHEW-Vorstand Helge Spehr: „Wir haben keinerlei Verständnis dafür, dass Schleswig-Holsteins Verbraucher und Steuerzahler ausgerechnet die Verwertung klimaschädlicher fossiler Energieträger fördern sollen.“ Der Verband der Schleswig-Holsteinischen Energie- und Wasserwirtschaft (VSHEW) kritisiert den politischen Beschluss zur Förderung einer Flüssiggas-Infrastruktur in Norddeutschland. Anfang des Monats hatte der Bundesrat einer entsprechenden Regierungsverordnung zugestimmt (wir berichteten). Danach werden Fernleitungsnetzbetreiber künftig verpflichtet, LNG-Anlagen (Liquefied Natural Gas) an ihre Netze anzuschließen und die Anschlussleitungen zu betreiben. 90 Prozent der Kosten soll später der Netzbetreiber zahlen – und damit über die Netzentgelte der Verbraucher.
Helge Spehr, VSHEW-Vorstand und Geschäftsführer der Stadtwerke Rendsburg, erklärt: „Wenn es zur Umsetzung dieses Vorhabens kommt, wird der Verbraucher den Einsatz fossiler Energien subventionieren – was genau das Gegenteil von dem ist, was Schleswig-Holstein mit seinen Energiewendezielen verfolgt.“
Nach Angaben des Verbands soll allein eine 60 Kilometer lange Gastrasse zwischen dem geplanten LNG-Terminal in Brunsbüttel und dem schleswig-holsteinischen Hetlingen schätzungsweise 100 Millionen Euro kosten. In dem Terminal soll zu einem Großteil flüssiges Fracking-Gas aus den USA gelagert und dann weitergeleitet werden. Weitere Millionenzahlungen kommen laut VSHEW auf den Steuerzahler aufgrund einer geplanten Förderung von 50 Millionen Euro durch die schleswig-holsteinische Landesregierung zu.
Helge Spehr kommentiert: „Wir haben keinerlei Verständnis dafür, dass Schleswig-Holsteins Verbraucher und Steuerzahler ausgerechnet die Verwertung klimaschädlicher fossiler Energieträger fördern sollen.“ Erschwerend komme hinzu, dass das Gas im umstrittenen Fracking-Verfahren gewonnen, unter Energieeinsatz verflüssigt und dann mit Schiffen mit Verbrennungsmotoren nach Europa verfrachtet werde. Spehr: „Das ist purer Irrsinn, zumal unsere Versorgungssicherheit völlig ungefährdet ist.“ (al)

https://www.vshew.de

Stichwörter: Erdgas, Schleswig-Holstein, VSHEW

Bildquelle: VSHEW

Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Erdgas

Bitterfeld: Riesiges Wasserstoff-Versuchsfeld
[28.6.2019] Im Chemiepark Bitterfeld-Wolfen hat ein Konsortium aus Unternehmen, wissenschaftlichen Instituten und Forschungseinrichtungen auf 12.000 Quadratmetern ein Wasserstoffdorf in Betrieb genommen. mehr...
Interview: Vom Tool zum Pool Interview
[21.6.2019] Energiehandel und -vertrieb werden immer mehr über digitale Plattformen abgewickelt. Welche Auswirkungen dies für Händler und Kunden hat, darüber sprach stadt+werk mit Helmut Kusterer, Leiter Vertrieb Dienstleistungen bei der GasVersorgung Süddeutschland. mehr...
Helmut Kusterer: „Der Energiehandel wird nicht komplett automatisiert ablaufen.”
Bundesrat: Rahmen für LNG-Infrastruktur
[13.6.2019] Die Bundesregierung will den Aufbau einer Infrastruktur für verflüssigtes Erdgas (LNG) erleichtern. Vergangene Woche stimmte der Bundesrat einer entsprechenden Verordung zu. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther plädiert für die Ansiedlung eines nationalen LNG-Terminals in Brunsbüttel. mehr...
Uniper: Erdgas eisgekühlt Bericht
[5.6.2019] Emissionsarme Gaskraftwerke könnten den Ausstieg aus Kohle- und Atomenergie absichern. Dazu müssen die bestehenden Kraftwerksparks besser ausgelastet und die Gas-Infrastruktur ausgebaut werden – etwa durch LNG-Technologie. mehr...
LNG-Tanker: Mit einer Schiffsladung können bis zu 90.000 Haushalte ein Jahr lang mit Gas versorgt werden.
Berlin: Gas-Mobilität stärken
[25.4.2019] Das Unternehmen GASAG hat seine Tankstellen für komprimiertes Erdgas an E.ON Gas Mobil verkauft, liefert den Kraftstoff aber weiterhin. Beide Partner wollen damit zur Verkehrswende in Berlin beitragen. mehr...

Suchen...

Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich Erdgas:
Trianel GmbH
52070 Aachen
Trianel GmbH

Aktuelle Meldungen