Mittwoch, 20. November 2019

Schleswig-Holstein:
Scharfe Kritik an LNG-Terminal


[21.6.2019] Für Helge Spehr, Vorstand des Verbands der Schleswig-Holsteinischen Energie- und Wasserwirtschaft (VSHEW), ist es „purer Irrsinn“, dass Fracking-Gas aus den USA am geplanten LNG-Terminal in Brunsbüttel angelandet werden soll.

VSHEW-Vorstand Helge Spehr: „Wir haben keinerlei Verständnis dafür, dass Schleswig-Holsteins Verbraucher und Steuerzahler ausgerechnet die Verwertung klimaschädlicher fossiler Energieträger fördern sollen.“ Der Verband der Schleswig-Holsteinischen Energie- und Wasserwirtschaft (VSHEW) kritisiert den politischen Beschluss zur Förderung einer Flüssiggas-Infrastruktur in Norddeutschland. Anfang des Monats hatte der Bundesrat einer entsprechenden Regierungsverordnung zugestimmt (wir berichteten). Danach werden Fernleitungsnetzbetreiber künftig verpflichtet, LNG-Anlagen (Liquefied Natural Gas) an ihre Netze anzuschließen und die Anschlussleitungen zu betreiben. 90 Prozent der Kosten soll später der Netzbetreiber zahlen – und damit über die Netzentgelte der Verbraucher.
Helge Spehr, VSHEW-Vorstand und Geschäftsführer der Stadtwerke Rendsburg, erklärt: „Wenn es zur Umsetzung dieses Vorhabens kommt, wird der Verbraucher den Einsatz fossiler Energien subventionieren – was genau das Gegenteil von dem ist, was Schleswig-Holstein mit seinen Energiewendezielen verfolgt.“
Nach Angaben des Verbands soll allein eine 60 Kilometer lange Gastrasse zwischen dem geplanten LNG-Terminal in Brunsbüttel und dem schleswig-holsteinischen Hetlingen schätzungsweise 100 Millionen Euro kosten. In dem Terminal soll zu einem Großteil flüssiges Fracking-Gas aus den USA gelagert und dann weitergeleitet werden. Weitere Millionenzahlungen kommen laut VSHEW auf den Steuerzahler aufgrund einer geplanten Förderung von 50 Millionen Euro durch die schleswig-holsteinische Landesregierung zu.
Helge Spehr kommentiert: „Wir haben keinerlei Verständnis dafür, dass Schleswig-Holsteins Verbraucher und Steuerzahler ausgerechnet die Verwertung klimaschädlicher fossiler Energieträger fördern sollen.“ Erschwerend komme hinzu, dass das Gas im umstrittenen Fracking-Verfahren gewonnen, unter Energieeinsatz verflüssigt und dann mit Schiffen mit Verbrennungsmotoren nach Europa verfrachtet werde. Spehr: „Das ist purer Irrsinn, zumal unsere Versorgungssicherheit völlig ungefährdet ist.“ (al)

https://www.vshew.de

Stichwörter: Erdgas, Schleswig-Holstein, VSHEW

Bildquelle: VSHEW

Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Erdgas

Osnabrück: Umstellung auf H-Gas abgeschlossen
[11.10.2019] Seit dem 10. Oktober fließt ausschließlich hochkalorisches H-Gas durch das Osnabrücker Gasverteilnetz. Das Mammutprojekt der SWO Netz ist mit der zweiten großen und damit gleichzeitig auch letzten Schaltung beendet. mehr...
Osnabrück wird ab sofort vollständig mit H-Gas versorgt.
Gas: Erneuerbare Energie aus Gaskraftwerken Bericht
[26.9.2019] Gaskraftwerke können auch mit erneuerbarem Gas betrieben werden. Ab 2020 versprechen alle Hersteller, Turbinen anzubieten, die mit einem Anteil von 20 Prozent Wasserstoff im Gasnetz arbeiten können – ab 2030 sollen auch 100 Prozent möglich sein. mehr...
Die notwendigen Modifikationen und Neuentwicklungen, um Wasserstoff im Gasnetz verarbeiten zu können, werden in zwei Schritten ab den Jahren 2020 und 2030 verfügbar sein.
Weißenfels: Stadtwerke heizen Bundestag ein
[11.9.2019] Die Stadtwerke Weißenfels werden den Bundestag auch die nächsten drei Jahre mit Erdgas beliefern. Das kommunale Unternehmen aus Sachsen-Anhalt gewann schon zum dritten Mal eine entsprechende Ausschreibung. mehr...
Wird mit Erdgas von den Stadtwerken Weißenfels beliefert: der Deutsche Bundestag.
Niedersachsen: Kunden klagen über H-Gas-Umstellung
[22.8.2019] Kunden in Niedersachsen beklagen Verzögerungen und Schwierigkeiten bei der Umstellung von L- auf H-Gas. Das berichtet die Verbraucherzentrale Niedersachsen. Die Verbraucherschützer mahnen deswegen Verbesserungen für den Umstellungs-Hochlauf in den nächsten Jahren an. mehr...
Köln: Umstellung auf H-Gas bis 2025
[15.8.2019] Open Grid Europe und Thyssengas werden gemeinsam mit der Rheinischen NETZ Gesellschaft (RNG) Gasgeräte im Raum Köln von L- auf H-Gas umstellen. mehr...

Suchen...

Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich Erdgas:
Trianel GmbH
52070 Aachen
Trianel GmbH

Aktuelle Meldungen