Sonntag, 16. Februar 2020

Bioenergie-Kommunen:
Sieger setzen auf Sektorkopplung


[24.1.2020] Die Gemeinden Asche, Fuchstal und Mengsberg haben den diesjährigen Bundeswettbewerb Bioenergie-Kommunen gewonnen. Sie nutzen Sektorenkopplung, flexible Stromerzeugung und kombinieren Sonne, Wind sowie Biomasse.

Die Gewinner und lobenden Erwähnungen des Wettbewerbs Bioenergie-Kommunen 2019.

Bioenergie-Kommunen und -Dörfer sind Pioniere der Energiewende. Das beweisen die Gewinner des Bundeswettbewerbs Bioenergie-Kommunen 2019 einmal mehr. Asche in Niedersachsen mit gut 300 Einwohnerb, Fuchstal in Bayern mit 1.700 Einwohnern und Mengsberg in Hessen mit 840 Einwohnern erproben die fortgeschrittene Energiewende im Alltag. Unter anderem erzeugen sie Strom und Wärme bedarfsgerecht mit flexibilisierten Biogasanlagen und kombinieren diese mit Holz-, Solar- und Windenergie und Elektromobilität. In Zukunft sollen Strom- und Wärmeüberschüsse auch gespeichert und zum Heizen genutzt werden. All dies initiieren die Bürger und Gemeinden vor Ort und setzen es gemeinsam mit regionalen Unternehmen um. "Mit dem Wettbewerb Bioenergie-Kommunen zeichnet unser Bundesministerium bereits zum fünften Mal Pioniere der Energiewende aus, engagierte Kommunen, die sich für den Klimaschutz und erneuerbare Energien einsetzen", sagte Uwe Feiler, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundeslandwirtschaftsministerin, auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin am 22. Januar 2020 während der öffentlichen Prämierung der Preisträger mit je 10.000 Euro Preisgeld.
Rein rechnerisch erzeugen viele der rund 200 Bioenergiedörfer in Deutschland schon heute mehr als 100 Prozent ihres Strom- und Wärmebedarfs aus regionaler Bioenergie und weiteren erneuerbaren Quellen. In der Praxis gibt es aufgrund des unregelmäßigen Aufkommens jedoch Phasen der Unter- und Überversorgung. Ansätze, die Energie bedarfsgerechter und effizienter zu erzeugen und zu nutzen, sind Sektorenkopplung, Flexibilisierung und Speicherung. Alle diese Ansätze erproben die Gewinner-Kommunen schon heute oder in naher Zukunft.
Recht neu in Bioenergiedörfern ist der Power-to-heat-Ansatz, der überschüssigen Strom in Wärme umwandelt und in großen Speichern "zwischenparkt", bis man sie benötigt. Fuchstal will diesen Ansatz praktisch erproben, daneben hat das Dorf jedoch auch andere innovative Ideen, wie die Direktvermarktung von Windstrom aus dem kommunalen Bürgerwindpark. Bei der Flexibilisierung wird die Biogasanlage so ausgerüstet, dass sie Energie nicht mehr rund um die Uhr, sondern angepasst an die schwankende Nachfrage erzeugt. In Asche wird die bereits flexibilisierte Biogasanlage sogar wärmegeführt betrieben. Wie in den meisten Bioenergiedörfern erzeugt sie in dem niedersächsischen Dorf nicht nur Strom, sondern versorgt auch das örtliche Nahwärmenetz. Das hessische Mengsberg schließlich hat die deutschlandweit größte Solarthermieanlage in Genossenschaftshand realisiert, die im Sommer und anteilig auch im Winter Wärme bereitstellt. (ur)

https://www.bioenergie-kommunen.de
http://www.bmel.de

Stichwörter: Bioenergie, Bioenergie-Kommunen, Asche, Fuchstal, Mengsberg

Bildquelle: FNR/Volkmar Otto.

Druckversion    PDF     Link mailen


 Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Bioenergie

14. Steinfurter Bioenergiefachtagung: Von Wasserstoff profitieren
[27.1.2020] Die diesjährige Steinfurter Bioenergiefachtagung stellt die Bedeutung von Wasserstoff und der Möglichkeit diesen für regenerative Technologien einzusetzen in den Fokus. Die Veranstaltung soll damit ein breites Publikum adressieren. mehr...
Auch in diesem Jahr werden Experten auf der Steinfurter Bioenergiefachtagung sprechen und gemeinsam mit Prof. Dr. Christof Wetter (1.v.r) Fragen beantworten.
Frankfurt am Main: Wasserstoff aus Müll prämiert
[17.12.2019] Mit einem gemeinsamen Wasserstoffprojekt von Mainova und FES ist die Stadt Frankfurt am Main am 12. Dezember von Bundesminister Andreas Scheuer als HyExpert-Region ausgezeichnet worden. In dem Projekt soll Wasserstoff aus Siedlungsabfällen gewonnen werden. mehr...
Gas-Infrastruktur: Der Weg zum grünen Gasnetz Bericht
[29.11.2019] Für den Betrieb der Gasnetze setzen die Betreiber meist auf Erdgas. Neun Terawattstunden werden dafür verbrannt. Doch es gibt eine klimafreundlichere Alternative: Der Betrieb mit Biomethan könnte 1,4 Millionen Tonnen CO2 einsparen. mehr...
Gasnetzbetreiber können mit dem Wechsel zu grünen Gasen zur Energiewende und in der Folge nachhaltig zum Klimaschutz beitragen.
Konstanz: Enspire liefert Biogas-Produkt
[12.11.2019] Enspire hat neben Ökostrom auch ein Biogas-Produkt auf den Markt gebracht, das mit dem Grünes-Gas-Label, zertifiziert wurde. Es besteht zu zehn Prozent aus Biogas und zu 90 Prozent aus klimaneutralem Gas. mehr...
Kreis Marburg-Biedenkopf: Energie-Kommune des Monats
[30.9.2019] Der hessische Landkreis Marburg-Biedenkopf ist Energie-Kommune des Monats der Agentur für Erneuerbare Energien. Maßgeblich dazu bei trugen 13 Bioenergiedörfer, die seit 2004 durch Initiativen der Bürger entstanden sind. mehr...
Setzt auf Bioenergie und E-Mobilität: Landrätin Kirsten Fründt, Landkreis Marburg-Biedenkopf.

Suchen...

 Anzeige

Trianel GmbH
52070 Aachen
Trianel GmbH
Arvato Systems
33333 Gütersloh
Arvato Systems
IDS GmbH
76275 Ettlingen
IDS GmbH
GEWISS Deutschland GmbH
35799 Merenberg
GEWISS Deutschland GmbH

Aktuelle Meldungen