[15.7.2020] Die Umstellung auf hochkalorisches Erdgas kommt im Nordwesten Deutschlands planmäßig voran. Jetzt nutzt das verantwortliche Unternehmen EWE Netz mobile Schiffscontainer für das Großprojekt.
EWE Netz verantwortet das Umstellen nahezu des gesamten Nordwestens in Deutschland auf hochkalorisches Erdgas (H-Erdgas). Laut eigenen Angaben hat das Unternehmen den Nordwesten dazu in über 100 Umstellbezirke unterteilt, die schrittweise an H-Erdgas anpasst werden. „Berechnungen haben gezeigt, dass wir für bestimmte Bezirke im Nordwesten jeweils für die Zeit der Erdgasumstellung einen temporären Netzkopplungspunkt brauchen, um Kunden die gewohnt zuverlässige Gasversorgung bieten zu können", erklärt Sebastian Roos, Netzplaner Gas von EWE Netz.
Das Unternehmen hat sich daher laut eigenen Angaben dazu entschieden, einen Kopplungspunkt zu bauen, der in zwei Schiffsfrachtcontainern untergebracht ist, die jeweils 12 Meter lang und knapp 2,70 Meter hoch sind. Ein Ziel sei es, den neuen Kopplungspunkt bei Bedarf immer in den Umstellbezirken einsetzen zu können, in denen er gebraucht wird. Der erste Einsatzort werde am Rande der Stadt Oldenburg sein. Hier liegen nebeneinander gleich drei Gasleitungen des Fernleitungsnetzbetreibers Gasunie Deutschland Transport Services. Zwei Leitungen werden künftig den neuen Netzkopplungspunkt versorgen: Zum einen eine Gasleitung, durch die das niederländische niederkalorische Erdgas (L-Erdgas) strömt, das aktuell noch große Teile des Nordwestens versorgt. Und zum anderen eine Leitung, die bereits das alternative H-Erdgas transportiert. Im Herbst 2020 nimmt die Anlage laut EWE Netz ihre Arbeit auf. Bereits ab Anfang 2024 werden die entsprechenden Umstellbezirke vollständig auf H-Erdgas umgestellt sein, dann könne der Kopplungspunkt abgebaut und in andere Bezirke transportiert werden.
„In dem Netzkopplungspunkt können wir die beiden Erdgassorten je nach Bedarf in unser Netz einspeisen, damit wir Kunden in der Region jederzeit die passende Gasqualität bieten können", erläutert Roos weiter. Denn für die Dauer der Erdgasumstellung werde es auch im Nordwesten zwei voneinander unabhängige Erdgasnetze geben, die entweder das H-Gas oder das niederländische Erdgas transportieren.
(ur)
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