Dienstag, 2. Juni 2020
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Fraunhofer-Institute:
Energiewende stockt


[10.5.2019] Energie-Experten der Fraunhofer-Institute warnen: Der Ausbau der erneuerbaren Energien geht zu langsam voran. Um die Klimaziele zu erreichen, sei mindestens eine Verdreifachung der bisherigen Zubauraten nötig.

Bei der Photovoltaik muss der notwendige Zubau bis 2030 auf rund 8,5 GW pro Jahr wachsen. Die Fraunhofer-Institute ISE, ISI und IEE haben das Barometer der Energiewende 2019 vorgelegt. Die Energie-Experten der Institute sind der Auffassung, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien zu langsam voranschreitet. „Wir sind nicht auf Kurs, um den Zielen des Klimaabkommens von Paris gerecht zu werden und die Energiewende in allen Sektoren tatsächlich zu schaffen“, schreiben die Professoren Clemens Hoffmann (Fraunhofer IEE) , Hans-Martin Henning (Fraunhofer ISE) und Mario Ragwitz (Fraunhofer ISI).
Clemens Hoffmann stellt fest: „Die deutsche Energiewende ist – physikalisch gesprochen – an einer Phasengrenze angekommen und so, wie bei einem Phasenübergang der weitere Temperaturanstieg ins Stocken gerät, ist bei der Energiewende die weitere Ersetzung fossiler Energiequellen ins Stocken geraten. Die gegenwärtigen Installationsraten für die erneuerbaren Energiequellen werden absehbar nicht mehr den Verlust von Erzeugungsleistung durch die altersbedingt ausscheidenden Wind- und Solaranlagen überschreiten.“
Insbesondere der Zubau bei Wind- und Solarenergie sei zu gering. Bei der Windkraft müssten bis zum Jahr 2030 rund elf Gigawatt (GW) Leistung pro Jahr zugebaut werden. Im vergangenen Jahr lag diese Rate nur bei bei knapp vier GW. Bei der Photovoltaik lag der Zubau im Jahr 2018 bei 2,3 GW. Hier müsse der notwendige Zubau bis 2030 auf rund 8,5 GW pro Jahr wachsen. Die Wissenschaftler fordern von der Politik mehr Ehrgeiz bei der Umgestaltung des Energiesystems: „Die nächste Phase der Energiewende verlangt die umfassende Einbeziehung der Sektoren Verkehr, Wärme und Industrie in den Transformationsprozess des Energiesystems. Neben einem fortgesetzten Ausbau einer CO2-freien Energieerzeugung bedeutet dies eine umfassende und beschleunigte Sanierung von Gebäuden, die Elektrifizierung der Wärmeerzeugung und der Mobilität sowie die Entwicklung und Umsetzung CO2-emissionsfreier Industrieprozesse. Hier benötigt es ein hohes Ambitionsniveau, den politischen Willen und gesellschaftliche Akzeptanz, um die in Paris gesetzten Klimaziele zu erreichen.“ (al)

Weitere Informationen zum Barometer der Energiewende 2019 (Deep Link)

Stichwörter: Politik, Fraunhofer

Bildquelle: Fraunhofer ISE

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