Handelsblatt

Sonntag, 15. Dezember 2019
Sie befinden sich hier: Startseite > Themen > Politik > Forderungen der Verbände

Wasserstoff:
Forderungen der Verbände


[6.11.2019] Zum Wasserstoffgipfel fordert der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft eine Senkung des Strompreises. Für eine Weiterentwicklung der Gasnetze spricht sich der VKU aus.

An die Stakeholder-Konferenz zur von der Bundesregierung geplanten nationalen Wasserstoffstrategie, die am 5. November 2019 in Berlin stattfand, stellte der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) gleich mehrere Forderungen. „Der Energieträger Wasserstoff wird derzeit zu Recht als Allround-Talent der Energieversorgung von morgen bezeichnet: Er ist bestens geeignet, um die Flexibilisierung des Energiesystems und die Dekarbonisierung der Sektoren Verkehr, Wärme und Industrie voranzutreiben“, erklärte Kerstin Andreae, die neue Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung. Dafür müsse die Erschließung eines Absatzmarkts für Wasserstoff und anderer grüner Gase erfolgen, zum Beispiel über die Anerkennung als erneuerbare Energie im Gebäudeenergiegesetz. Zudem solle die die bestehende Gasinfrastruktur für die Klima- und Energiewendeziele genutzt werden.

Abgabenlast auf Strom senken

Für den Durchbruch von Wasserstoff, der aus erneuerbaren Energien hergestellt wird, sei es allerdings dringend erforderlich, die Steuer- und Abgabenlast auf Strom deutlich zu senken. Die von der Bundesregierung geplante homöopathische Senkung der EEG-Umlage reiche bei Weitem nicht aus. Eine weitere zentrale Voraussetzung für die künftige Produktion erneuerbaren Wasserstoffs sei der Ausbau der erneuerbaren Energien. Hemmnisse beim Erneuerbare-Zubau sind automatisch auch Hemmnisse für die Erschließung der Potenziale von Wasserstoff. Es sei zudem absehbar, dass Wasserstoff künftig auch aus anderen Ländern importiert werde. Hierfür brauche es dringend ein transparentes, unbürokratisches Nachweissystem für die Herkunft und Nachhaltigkeit.

Weiterentwicklung der Gasnetze

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) sprach sich nach der Konferenz für eine Weiterentwicklung der Gasnetze und eine Strategie für die zukünftigen Wasserstoff-Exportländer aus. „Wasserstoff kann kurzfristig vor allem im regionalen Kontext einen Beitrag zur Energiewende leisten. Eine wichtige Rolle spielt dabei vor allem der gezielte Einsatz von Wasserstoff im Verkehrs- und Industriesektor, in denen keine Alternativen zur Verfügung stehen“, sagte VKU-Hauptgeschäftsführerin Katherina Reiche. Grundvoraussetzungen einer Nutzung von Wasserstoff in den Sektoren seien der weitere konsequente Ausbau der erneuerbaren Energien sowie die frühzeitige Entwicklung einer Strategie zur wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit zukünftigen Wasserstoff-Exportländern. Außerdem müsse die Gasnetz-Infrastruktur als wesentliches Asset im Rahmen der Energiewende erhalten und weiterentwickelt werden. (ur)

https://www.bdew.de
https://www.vku.de

Stichwörter: Politik, Wasserstoff, BDEW, VKU



Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Politik

Baden-Württemberg: Spitze in Energiepolitik
[3.12.2019] Baden-Württemberg erreicht erneut einen Spitzenplatz beim Bundesländervergleich Erneuerbare Energien. Eine Studie bescheinigt dem Land eine besondere Stärke in der energiepolitischen Programmatik. mehr...
Bayern: Schwung für die Energiewende
[28.11.2019] Bayerns Wirtschaftsminister will die Energiewende im Freistaat voranbringen. Hubert Aiwanger hat nun im Landtag einen Aktionsplan mit über 70 konkreten Maßnahmen vorgestellt. mehr...
Regierungserklärung: Hubert Aiwanger hat im Landtag einen Aktionsplan zur Umsetzung der Energiewende im Freistaat vorgestellt.
Studie: Ländervergleich bei Erneuerbaren
[28.11.2019] Eine neue, gemeinsame Studie zeigt die Stärken und Schwächen der Bundesländer beim Ausbau der erneuerbaren Energien. Spitzenreiter sind Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg. mehr...
Deutscher Städtetag: Positionspapier zum Klimaschutz
[26.11.2019] Der Deutsche Städtetag fordert einen CO2-Preis zwischen 35 bis 50 Euro je Tonne, plädiert für einen Ausbau der erneuerbaren Energien und lehnt eine Mindestabstandsregelung bei Windkraftanlagen ab. mehr...
Grüner Wasserstoff: Monopole durch Netzbetreiber drohen
[26.11.2019] Gefahr für den grünen Wasserstoffmarkt sehen mehrere Unternehmen, die sich der Erzeugung erneuerbarer Energie verschrieben haben. Sie fordern von der Bundesregierung den Stopp drohender Monopole durch Elektrolyseurprojekte der Netzbetreiber. mehr...

Suchen...

 Anzeige

e-world

 Anzeige

Aktuelle Meldungen