Meldung | stadt+werk - Kommunale Klimaschutz- und Energiepolitik

Donnerstag, 9. Februar 2023

Ladesäulen:
Masterplan festigt Monopole


[31.10.2022] Eine Analyse von LichtBlick zeigt, dass bis zu 90 Prozent der Ladesäulen in einer Hand sind. Der fehlende Wettbewerb führt zu überhöhten Strompreisen.

Monopole prägen die deutsche Ladeinfrastruktur. Bis zu 90 Prozent aller Ladesäulen sind heute in der Hand eines Anbieters. Lokale Monopolisten kontrollieren die Preise und diskriminieren Wettbewerber, so eine Studie des Ökostromanbieters LichtBlick. „Der Masterplan der Bundesregierung zum Ausbau der Lade-Infrastruktur liefert auf diese Herausforderung keine Antwort. Monopole gefährden die Verkehrswende: Sie verhindern Wettbewerb an der Ladesäule und treiben die Strompreise in die Höhe“, erklärt LichtBlick-Sprecher Ralph Kampwirth. Eine kürzlich von LichtBlick veröffentlichte Analyse des Ladesäulenmarkts zeigt die Fehlentwicklung auf. So entfallen zum Beispiel in Hannover knapp 90 Prozent aller Ladepunkte auf enercity. In fast allen Großstädten zeichnet sich ein ähnliches Bild – ob Köln (88 Prozent Rheinenergie), München (85 Prozent Stadtwerke München) oder Hamburg (83 Prozent Stromnetz Hamburg).
Mit der regionalen Dominanz haben Monopolisten die Wettbewerbsbedingungen selbst in der Hand – und damit neben den Ladebedingungen auch die Preisgestaltung an der Ladesäule. Die Folge: Kundinnen und Kunden sowie Drittanbieter zahlen an der gleichen Ladesäule nicht selten mehr als das Doppelte als die Kunden des Betreibers. „Im Masterplan taucht der Begriff ‚Wettbewerb‘ elfmal auf, ohne dass das Kernproblem adressiert wird. Denn es gibt keinen Wettbewerb unter den Ladesäulenbetreibern. Die Lösung ist ein Markt-Design, das Wettbewerb an der Ladesäule ermöglicht. Dazu muss Drittanbietern gegen ein angemessenes Entgelt ein diskriminierungsfreier Zugang zur Ladesäule ermöglicht werden“, so Kampwirth weiter. (ur)

Mehr zur Monopolanalyse findet sich hier. (Deep Link)
https://www.lichtblick.de

Stichwörter: Elektromobilität, Lichtblick, Ladeinfrastruktur

Bildquelle: LichtBlick

Druckversion    PDF     Link mailen


 Anzeige

´╗┐

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Elektromobilit├Ąt

Bonn: 222. Ladepunkt eingeweiht
[3.2.2023] Mit Beginn des Jahres ist in Bonn der 222. öffentliche Ladepunkt in Betrieb gegangen. Bis zum Jahresende sollen dort 50 weitere Ladesäulen hinzukommen. mehr...
Das Team Elektromobilität der SWB weiht den 222. Ladepunkt ein.
Berlin: Förderbescheide für E-Bus 2030+
[31.1.2023] Bis 2030 soll jeder zweite Berliner Stadtbus elektrisch fahren. Den Umstieg will das Forschungsprojekt E-Bus 2030+ erleichtern. Dieses hat jetzt vom BMDV Förderbescheide in Höhe von insgesamt knapp 1,4 Millionen Euro erhalten. mehr...
Überreichung der Förderbescheide für das Berliner Forschungsprojekt E-Bus 2030+.
Stuttgart: Fünf neue Schnellladesäulen
[31.1.2023] In Stuttgart stehen ab sofort fünf neue Schnellladesäulen zur Verfügung. Finanziert wurden sie von den Stadtwerken. mehr...
Inbetriebnahme des Schnellladeparks auf dem Gelände des SVG-Autohofs in Stuttgart-Wangen .
Wiesbaden: Leitfaden zur Lade-Infrastruktur
[20.1.2023] Einen Leitfaden zum Aufbau öffentlicher Lade-Infrastruktur stellen jetzt das Beratungsunternehmen Drees & Sommer, das Fraunhofer Institut für Materialfluss und Logistik IML und die Stadt Wiesbaden zur Verfügung. mehr...
Projekt EV-Fleet: Netzstabilisierung durch E-Autos
[17.1.2023] Ein Feldtest mit über 150 Elektrofahrzeugen zur Bereitstellung von Regelreserve wurde jetzt von TransnetBW abgeschlossen. Das Projekt zeigte ein hohes Potenzial der Elektromobilität zur Netzstabilisierung. mehr...
Im Projekt EV-Fleet testete TransnetBW, ob und wie sich mehrere zu einem virtuellen Kraftwerk zusammengeschlossene Elektroautos zur Bereitstellung von Regelreserve für das Stromnetz eignen.