BDEW

Donnerstag, 2. Juli 2020

Tennet / sonnen:
Mit Blockchain das Netz stabilisieren


[5.5.2017] Tennet bindet künftig vernetzte Heimspeicher des Unternehmens sonnen über die Blockchain-Technologie in das Stromversorgungssystem ein. Eingriffe wie die Abregelung von Windkraftanlagen sollen dadurch vermindert werden.

Mit Blockchain-Technologie vernetzte Heimspeicher sollen künftig das Stromnetz stabilisieren. Der Übertragungsnetzbetreiber Tennet und der Allgäuer Speicheranbieter sonnen binden erstmals dezentrale Batteriespeicher über eine Blockchain-Lösung in das Energieversorgungssystem ein. Ziel des Pilotprojekts ist es, das Stromnetz zu stabilisieren und netzstabilisierende Notmaßnahmen wie Redispatch, Netzreserve und Windabregelungen zu reduzieren. Wie die beiden Unternehmen mitteilen, wurde die verwendete Blockchain-Technologie vom IT-Unternehmen IBM entwickelt. Tennet nutzt in dem gemeinsamen Projekt einen Pool von Heimspeichern, den sonnen dafür bereitstellt. Das intelligente Lade-Management der vernetzten Batteriespeicher passe sich jederzeit der aktuellen Situation im Tennet-Netz an. Entsprechend können die vernetzten Batteriespeicher je nach Bedarf überschüssigen Strom sekundenschnell aufnehmen oder abgeben. Transportengpässe im Stromnetz könnten so vermieden werden.
„Wir müssen es schaffen, die stark vom Wetter abhängige erneuerbare Stromproduktion flexibel zu steuern“, erklärt Urban Keussen, Vorsitzender der Geschäftsführung von TenneT. „Die Blockchain bietet uns hier neue Möglichkeiten, auch dezentrale verteilte Anlagen sicher und intelligent überregional aus einer Hand zu vernetzen.“ Projekte wie dieses ergänzten den Netzausbau und seien damit wichtige Bausteine der Energiewende. Keussen: „Netzausbau, eine stärkere Nutzung von Daten zur Stromerzeugung und neue Flexibilitäten tragen gemeinsam dazu bei, dass wir das Stromnetz auch mit einem wachsenden Anteil an fluktuierendem Grünstrom sicher betreiben können. Zukünftig müssen wir so weniger Windstrom wegwerfen.“ Außerdem biete das Projekt den Bürgern die Möglichkeit, aktiv die Energiewende zu gestalten und dabei zu helfen, die Erneuerbaren künftig besser zu integrieren.
Philipp Schröder, Geschäftsführer Vertrieb und Marketing bei sonnen, betont, dass sein Unternehmen bereits heute Tausende Nutzer und Erzeuger erneuerbarer Energien in der sonnenCommunity vernetze. „Die Zukunft der Energieversorgung wird jedoch aus Millionen von kleinen, dezentralen Stromquellen, Prosumern und Verbrauchern bestehen. Die Blockchain-Technologie ist der Schlüssel dazu, den massenhaften und gleichzeitigen Austausch all dieser Akteure untereinander überhaupt erst möglich zu machen“, so Schröder.
Die eingesetzte IBM-Blockchain-Lösung basiert nach Angaben der Kooperationspartner auf Hyperledger Fabric, einer Blockchain-Framework-Anwendung, und auf einem der Hyperledger Projekte, die von The Linux Foundation gehostet werden. Die Lösung sichere in besonderem Maße die Transparenz und Überprüfbarkeit von Transaktionen zwischen den Marktteilnehmern. Dadurch soll eine Beteiligung von Anbietern dezentral verteilter Flexibilitäten deutlich vereinfacht werden. (me)

http://www.tennet.eu
http://www.sonnenbatterie.de

Stichwörter: Smart Grid, Netze, Tennet, sonnen, IBM

Bildquelle: Rainer Sturm / pixelio

Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Netze | Smart Grid

Übertragungsnetz: Redispatch-Abwicklungsserver läuft
[29.6.2020] 50Hertz, Amprion, Tennet und TransnetBW haben den Redispatch-Abwicklungsserver in Betrieb genommen. Damit werden die Redispatch-Abrufe im gesamten Übertragungsnetz harmonisiert. mehr...
Netze BW: Drohnen checken 110-kV-Leitungen
[23.6.2020] Mit Drohnen und künstlicher Intelligenz will das Unternehmen Netze BW seine 110-kV-Leitungen effizienter kontrollieren. In einem Pilotprojekt werden dazu auch Bilder aus dem All genutzt. mehr...
Drohne bei der Befliegung einer 110 kV Trasse.
Smart Grid: KI-basierte Netzüberwachung Bericht
[15.6.2020] Mittels künstlicher Intelligenz (KI) können Stromnetze effizient und automatisiert überwacht werden. Um Störungen schnellstmöglich zu erkennen und zu beheben, ist ein komplexes Zusammenspiel von Messdatengewinnung und KI-basierter Analyse notwendig. mehr...
Die KI-Funktion Anomalieerkennung benötigt keine zusätzlichen Trainingsdaten und führt eine automatische Bewertung einzelner Messsignale durch.
TransnetBW: Witterungseffekte nutzen Bericht
[12.6.2020] Bis 2023 will der Übertragungsnetzbetreiber TransnetBW seine Freileitungen im Netzgebiet witterungsabhängig betreiben. So können die Transportkapazitäten erhöht und für einen optimierten Netzbetrieb effizienter genutzt werden. mehr...
TransnetBW bereitet die Freileitung 3.0 vor.
SüdWestStrom: Bessere Strom-Verbrauchsprognosen
[10.6.2020] Weil Daten seit der Umsetzung der MaKo 2020 häufiger und schneller vorliegen, kann Energiedienstleister SüdWestStrom jetzt noch genauere Prognosen erstellen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse der Stadtwerke-Kooperation. mehr...
Die neuen Regeln für den Datenaustausch nach der MaKo 2020 führen bei SüdWestStrom zu noch exakteren Prognosen im Bilanzkreis-Management.

Suchen...

Aktuelle Information des Verlags


In Zeiten der Corona-Pandemie werden wir aktuelle Ausgaben von stadt+werk allen Interessierten bis auf weiteres kostenfrei digital zur Verfügung stellen. Weisen Sie bitte auch Ihre Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice auf diese Möglichkeit hin.

Wenn Sie stadt+werk auch künftig regelmäßig als Print- und Digitalausgabe erhalten möchten, freuen wir uns über ein Abonnement.

stadt+werk, Ausgabe 3/4 2020
stadt+werk, Ausgabe 5/6 2020
stadt+werk, Sonderheft Juni 2020

Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich Netze | Smart Grid:
Trianel GmbH
52070 Aachen
Trianel GmbH
telent GmbH
71522 Backnang
telent GmbH

Aktuelle Meldungen