Freitag, 1. Juli 2022

Zukunft Gas / DVGW:
Chancengleichheit für Gaskraftstoff


[5.3.2021] Nach Einschätzung der Initiative Zukunft Gas lässt die Politik die Klimaschutzpotenziale von Biogas und E-Fuels ungenutzt. Sie fordert gemeinsam mit dem DVGW Chancengleichheit und Technologieoffenheit.

Gerade in der Logistik könnten biobasierte gasförmige Kraftstoffe die Nachhaltigkeitsbilanzen verbessern. Mit einem Ausstoß von knapp 166 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten bleibt der Verkehrssektor das Sorgenkind der Energiewende. Bei der Emissionsminderung tritt der Mobilitätssektor seit 1990 nahezu auf der Stelle. Gas-Technologien könnten bereits heute dazu beitragen, nicht nur CO2-, sondern auch Schadstoff- und Lärmemissionen zu reduzieren. Das berichtet die Initiative Zukunft Gas. Damit Gasantriebe ihr Potenzial auf Deutschlands und Europas Straßen entfalten können, bedarf es eines angemessenen regulatorischen Rahmens. Gemeinsam mit dem Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) fordert Zukunft Gas deshalb eine Berücksichtigung gasförmiger Energieträger in der europäischen Erneuerbare-Energien-Richtlinie RED II. Obwohl sich Gasantriebe schon heute als praxistaugliche und reichweitenstarke Alternative bewähren, fehle es noch immer an den regulatorischen Anreizen. So werde Biogas, mit dem Fahrzeughalter schon heute nahezu klimaneutral unterwegs sind, von der Europäischen Kommission in ihrer Renewable Energy Directive (RED II) nicht anerkannt. Während bei Elektrofahrzeugen generell ein CO2-Emissionswert von Null zugrunde gelegt wird, werden Antriebsalternativen wie Gasfahrzeuge im Rahmen der gegenwärtigen Methodik vernachlässigt.
„Wenn wir Klimaschutz nicht nur auf dem Papier, sondern auch auf der Straße erreichen wollen, dann führt an einer Well-to-Wheel-Betrachtung kein Weg vorbei", erläutert Timm Kehler, Vorstand der Brancheninitiative Zukunft Gas. Auch die aktuellen Gesetzgebungspläne, die Anrechenbarkeit erdgasbasierter Kraftstoffe auf die Treibhausgas-Quote abzuschaffen, sei ein falscher Schritt, so Kehler. Dadurch werde die Chance vertan, kurz- und mittelfristige Treibhausgas-Minderungen durch einen Zuwachs von CNG- und LNG-Antrieben im Verkehrssektor zu erzielen. Besonders im Bereich des Schwerlastverkehrs könnte dadurch enormes Klimaschutzpotenzial gehoben werden. Insbesondere bei Logistikern sind Gasfahrzeuge zunehmend beliebt, wie Zahlen des Kraftfahrtbundeamts zeigen. So wurden im Jahr 2020 etwa 90 Prozent mehr mit Gas betriebene Zugmaschinen zugelassen als noch im Vorjahr. Auch die Nachfrage bei den Gas-Lkw über zwölf Tonnen wuchs im vergangenen Jahr gegenüber 2019 um mehr als 50 Prozent. Neben den niedrigeren CO2- und Schadstoffemissionen weisen Gas-Lkw gegenüber ihren Dieselpendants 50 Prozent geringere Lärmemissionen auf. Damit eignen sich die Fahrzeuge auch für nächtliche innerstädtische Warenlieferungen. Dank Biogas, das mittlerweile an jeder zweiten deutschen Erdgas-Tankstelle verfügbar ist, können diese sogar nahezu klimaneutral erfolgen. „Mit Biomethan und wasserstoffbasierten synthetischen Kraftstoffen sind Quick Wins beim Klimaschutz im Schwerlastverkehr zu erzielen. Gerade auf Langstrecken, die kaum elektrifiziert werden können, sind sie eine ideale Ergänzung zu mit Strom betriebenen Brennstoffzellen und Elektrofahrzeugen“, sagt der Vorstandsvorsitzende für das Ressort Energie im DVGW, Gerald Linke. (ur)

https://www.gas.info

Stichwörter: Bioenergie, Zukunft Gas, DVGW, Biogas

Bildquelle: Zukunft Gas

Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Bioenergie

2G Energy/Prodeval: Gemeinsam für besseres Biomethan
[6.5.2022] 2G Energy und Prodeval wollen eine Zusammenarbeit bei der Vermarktung von effizienten Lösungen für die Biomethanproduktion starten. mehr...
Biogas-BHKW steigern die Effizienz bei der Biomethanproduktion.
Biomasse: Wenig Interesse an Ausschreibung
[20.4.2022] Die erneut unterzeichnete Biomasseausschreibung im EEG zeigt nach Ansicht des B.KWK die Notwendigkeit, Biomethan für die Kraft-Wärme-Kopplung in der Gesetzgebung zu verankern. mehr...
KWKG: Kein Förderausschluss für Biomethan
[13.4.2022] Der B.KWK empfiehlt, nur die redaktionellen Anpassungen von Verweisen im KWKG im Rahmen des Osterpakets zu beschließen, da er einen Bruch im Fördergeschehen befürchtet. mehr...
Übergang zu erneuerbaren Gasen ohne Brüche in KWK.
Biogasrat+: Mehr Biomethan, mehr Klimaschutz
[11.4.2022] Der Biogasrat+ fordert, das heimische Potenzial von Biomethan für mehr Klimaschutz und eine grüne Energieversorgung zu heben. mehr...
Düsseldorf: Erneuerung der Biomasseanlage
[16.3.2022] In Düsseldorf hat der Rat die Erneuerung einer Biomasseanlage beschlossen. Der Baubeginn ist für das dritte Quartal 2022 vorgesehen und soll im zweiten Quartal 2023 abgeschlossen sein. mehr...

Suchen...

 Anzeige



Aktuelle Information des Verlags


In Zeiten der Corona-Pandemie werden wir aktuelle Ausgaben von stadt+werk allen Interessierten bis auf weiteres kostenfrei digital zur Verfügung stellen. Weisen Sie bitte auch Ihre Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice auf diese Möglichkeit hin.

Wenn Sie stadt+werk auch künftig regelmäßig als Print- und Digitalausgabe erhalten möchten, freuen wir uns über ein Abonnement.

stadt+werk, Ausgabe 5/6 2022
stadt+werk, Ausgabe 3/4 2022
stadt+werk, Ausgabe 1/2 2022
stadt+werk, Ausgabe 11/12 2021

Aboverwaltung


Abbonement kuendigen

Abbonement kuendigen
Uniper
40221 Düsseldorf
Uniper
Kremsmüller Anlagenbau GmbH
A-4641 Steinhaus
Kremsmüller Anlagenbau GmbH
GIS Consult GmbH
45721 Haltern am See
GIS Consult GmbH
A/V/E GmbH
06112 Halle (Saale)
A/V/E GmbH

Aktuelle Meldungen