Mittwoch, 21. Oktober 2020

Hessen:
Solarkataster freigeschaltet


[7.9.2016] Das Land Hessen verfügt über ein neues Instrument zur Wirtschaftlichkeitsberechnung von Solaranlagen. Das Solarkataster Hessen ist flächendeckend und für alle fünf Millionen hessischen Dächer verfügbar.

Das Solarkataster Hessen zeigt, wo sich Photovoltaik und Solarthermie rechnen. Jedes der fünf Millionen hessischen Dächer und jede Freifläche lässt sich ab sofort online auf die Eignung für eine Solaranlage prüfen. Wie das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung mitteilt, berücksichtigt das von Energieminister Tarek Al-Wazir (Bündnis 90/Die Grünen) freigeschaltete Solarkataster Hessen nicht nur physikalische Größen wie Neigungswinkel und Verschattung, sondern kalkuliert auch gleich die Wirtschaftlichkeit einer Anlage. Dazu werden unterschiedliche Verbrauchsprofile und verschiedene technische Varianten wie etwa die Kombination einer Solaranlage mit einem Stromspeicher oder einem Elektrofahrzeug betrachtet. Minister Al-Wazir sagte: „Das Solarkataster gibt dem Bürger präzise Informationen, ermutigt zu Investitionen und unterstützt die Energieversorger bei der Planung. Es funktioniert auf Smartphones ebenso wie auf PCs, für Photovoltaikanlagen ebenso wie für Solarthermie, für Teilflächen ebenso wie für ganze Dächer und große Freiareale.“ Ein solches Kataster gäbe es in dieser Detailschärfe und mit diesen Funktionen in keinem anderen Flächenbundesland. Laut dem hessischen Wirtschaftsministerium liefern Solaranlagen in Hessen bislang 4,5 Prozent des Nettostrombedarfs. Der Ausbau stocke aber, weil die Bundesregierung die Förderung über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) stark reduziert habe. Al-Wazir: „Diesen Trend möchten wir wieder umkehren. Deswegen bezieht das Solarkataster auch die Möglichkeit ein, den Strom selbst zu verbrauchen.“ Denn auch für Eigenversorger könne sich eine Solaranlage rechnen. So verwies der Minister auf den Preisrückgang: Während Anfang der 1990er-Jahre eine installierte Leistung von einem Kilowatt peak noch über 10.000 Euro gekostet habe, lägen die Kosten heute bei weniger als 1.400 Euro. Damit könnten Dachanlagen heute schon Sonnenstrom für unter elf Cent pro Kilowattstunde erzeugen. Zudem würden die Speichertechnologien immer besser. „Dezentral erzeugter Strom sollte dezentral genutzt werden – das ist die Kernidee des Solarkatasters Hessen“, erläuterte Al-Wazir. Grundlagen des Online-Tools seien die Daten des amtlichen Liegenschaftskatasters, 5.600 digitale Luftbilder und ein flächendeckender Laserscan Hessens aus dem Flugzeug mit mindestens vier Aufnahmepunkten pro Quadratmeter. Betreiber ist das Frankfurter Forschungsinstitut für Architektur – Bauingenieurwesen – Geomatik an der Frankfurter University of Applied Sciences. Die Projektleiterin und Geschäftsführende Direktorin des Instituts, Martina Klärle, nennt als Zielgruppe neben Bürgern und Hausbesitzern auch Kommunen und Energieversorger. Minister Al-Wazir hofft, dass das neue Solarkataster Hessen neue Investitionen in solare Energietechnik auslöst: „Mieterstrommodelle und private Stromspeicher werden zukünftig erheblich an Bedeutung gewinnen. Dies kann zur Entlastung der Stromnetze beitragen.“ Auf regionalen Veranstaltungen in Darmstadt, Marburg und Fulda soll das neue Instrument weiter bekannt gemacht werden. (me )

http://wirtschaft.hessen.de

Stichwörter: Solarthermie, Photovoltaik, Hessen, Solarkataster, Tarek Al-Wazir

Bildquelle: HMWEVL

Druckversion    PDF     Link mailen


 Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Photovoltaik | Solarthermie

Wärmeplanung: Sonne auf großer Fläche nutzen Bericht
[20.10.2020] Wärmenetze mit erneuerbaren Energien bieten vielversprechende Möglichkeiten, um die Wärmewende vor Ort voranzubringen. Immer häufiger werden auch große Solarthermie-Freiflächenanlagen eingebunden. mehr...
14.800 Quadratmeter Fläche: das Kollektorfeld Ludwigsburg-Kornwestheim.
Tübingen: Schule erhält PV-Anlage
[19.10.2020] Auf dem Dach der Gemeinschaftsschule West Tübingen soll eine Photovoltaikanlage mit 216 Solarmodulen entstehen. Diese wird nicht nur den Stromverbrauch der Schule decken, sondern auch Ökostrom für die Stadt produzieren. mehr...
Das Dach der Gemeinschaftsschule West Tübingen soll mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet werden.
Katlenburg / Rommersheim: Nachhaltigkeit und Ökonomie vereint Bericht
[16.10.2020] Mit Solarparks treffen Kommunen, die effizient und umweltfreundlich Strom gewinnen möchten, eine gute Wahl. Dass Photovoltaik auf verschiedenen Wegen gute Erträge liefert, zeigen die beiden Gemeinden Katlenburg und Rommersheim. mehr...
Solarpark Rommersheim versorgt rund 600 Vierpersonenhaushalte mit Strom.
Berlin: Weiteres Mieterstrom-Projekt
[15.10.2020] Auf 23 Gebäuden einer Wohnungsbaugenossenschaft installieren die Stadtwerke Berlin Solaranlagen mit einer Fläche von insgesamt rund 4.000 Quadratmetern. Damit können die Mieter mit Ökostrom vom eigenen Dach versorgt werden. mehr...
Heidelberg: Riesige PV-Anlage auf Sporthalle
[12.10.2020] Eine der größten Photovoltaik-Aufdach-Anlagen wurde in Heidelberg auf einer Großsporthalle fertiggestellt. Geplant und installiert haben sie die Stadtwerke Heidelberg. mehr...
Die neue PV-Anlage auf dem Dach der Großsporthalle wird jährlich rund 300.000 kWh Solarstrom erzeugen und damit in etwa den Strombedarf von 125 Haushalten.

Suchen...

 Anzeige

 Anzeige

 Anzeige

Aktuelle Information des Verlags


In Zeiten der Corona-Pandemie werden wir aktuelle Ausgaben von stadt+werk allen Interessierten bis auf weiteres kostenfrei digital zur Verfügung stellen. Weisen Sie bitte auch Ihre Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice auf diese Möglichkeit hin.

Wenn Sie stadt+werk auch künftig regelmäßig als Print- und Digitalausgabe erhalten möchten, freuen wir uns über ein Abonnement.

stadt+werk, Ausgabe 9/10 2020
stadt+werk, Ausgabe 7/8 2020
stadt+werk, Sonderheft Juni 2020
stadt+werk, Ausgabe 5/6 2020

Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich Photovoltaik | Solarthermie:
Trianel GmbH
52070 Aachen
Trianel GmbH

Aktuelle Meldungen