Montag, 6. April 2020

Studie:
Erneuerbare ohne Förderung rentabel


[22.2.2019] Erneuerbare Energien sind in neun europäischen Ländern bereits ohne Förderung wirtschaftlich tragfähig. Das zeigt eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung enervis.

Investitionen in Photovoltaik (PV) und Onshore Windprojekte sind im vergangenen Jahr in vielen europäischen Strommärkten bereits ohne staatliche Fördersysteme wirtschaftlich rentabel geworden oder werden diese Marktparität kurzfristig erreichen. So lautet das zentrale Ergebnis einer aktuellen Studie der Berliner Energie-Unternehmensberatung enervis.
Für die Studie hat enervis eigenen Angaben zufolge die historischen Erlöse von Onshore-Wind und Photovoltaik seit dem Jahr 2015 in mehr als 20 Stromgroßhandelsmärkten in der EU analysiert. Die möglichen Einnahmen aus Stromverkäufen wurden mit den Gesamtkosten für Investition, Finanzierung und Betrieb neuer Wind- und PV-Anlagen in den jeweiligen Ländern verglichen. Das zeigt, ab welchem Zeitpunkt die Gesamtkosten erneuerbarer Projekte ausschließlich durch den Stromverkauf gedeckt werden können.
Wie enervis mitteilt, ist diese Marktparität laut der Studie bereits in neun europäischen Märkten gegeben. Deutschland, Skandinavien und Polen stünden an der Schwelle zur Marktparität. Auch hier würden sich erneuerbare Projekte in naher Zukunft also zunehmend alleine über den Stromverkauf realisieren lassen.
Geschwächt werden könnte die aktuelle Dynamik nach Angaben von enervis durch den so genannten Kannibalisierungseffekt: Da die Stromproduktion von Wind- und Photovoltaikanlagen von der Verfügbarkeit von Wind und Sonne abhängt, erzeugen die Erneuerbaren innerhalb eines Markts mit hoher Gleichzeitigkeit Kapazitäten. Gegenüber dem durchschnittlichen Strompreisniveau in den untersuchten Märkten sinken in der Folge die Strommarkterlöse relativ gesehen ab. So zeigten beispielsweise Deutschland, Dänemark und Teile Italiens bereits im Jahr 2018 Kannibalisierungsverluste von 10 bis 20 Prozent für Onshore-Wind gegenüber dem durchschnittlichen Strompreis. Die Studie kann online angefordert werden. (bs)

http://www.enervis.de
Weitere Informationen zur Studie (Deep Link)

Stichwörter: Politik, Studie, enervis



Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Politik

Erneuerbare Energien: Anteil erstmals bei 52 Prozent
[3.4.2020] Aufgrund verschiedener Sondereffekte haben erneuerbare Energien im ersten Quartal 2020 erstmals rund 52 Prozent des Bruttoinlandstromverbrauchs gedeckt. Die wirtschaftlich schwierige Situation erhöht nun den Handlungsdruck auf den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien, argumentieren ZSW und BDEW. mehr...
Eine Kombination verschiedener Faktoren hat es ermöglicht, dass Erneuerbare in den ersten drei Monaten 2020 mehr als die Hälfte des Strombedarfs decken konnten.
VKU: Zahlungsaufschübe abmildern
[26.3.2020] Der Bundestagsbeschluss zur Abmilderung der Folgen der Covid-19-Pandemie sieht vor, dass Schuldner Zahlungen aufschieben können. Laut dem Verband kommunaler Unternehmen darf dadurch aber auch die Leistungsfähigkeit der Lieferanten nicht eingeschränkt werden. mehr...
Bundesnetzagentur: Fristen werden nicht gesetzt
[24.3.2020] Die Bundesnetzagentur reagiert auf die Corona-Pandemie: Zuschlagsentscheidungen für Erneuerbare-Energien-Anlagen werden bis auf weiteres nicht im Internet veröffentlicht. Realisierungsfristen oder Fristen für Vertragsstrafen sind damit außer Kraft gesetzt. mehr...
Kommunale Arbeitgeber: Flächendeckend Kurzarbeit gefordert
[23.3.2020] Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände fordert für die Mitarbeiter im öffentlichen Dienst eine flächendeckende Kurzarbeitsregel. Derzeit kann diese nicht vereinbart werden. mehr...
Corona-Krise: VKU lobt Notfallbetreuung
[16.3.2020] Der Verband kommunaler Unternehmen lobt die Notfallbetreuungen, die in den Bundesländern bei Kita- und Schulschließungen aufgrund der Corona-Krise angestrebt werden. Dadurch würden auch Mitarbeiter kritischer Infrastrukturen weiterarbeiten können. mehr...

Suchen...

Aktuelle Information des Verlags


In Zeiten der Corona-Pandemie werden wir aktuelle Ausgaben von stadt+werk allen Interessierten bis auf weiteres kostenfrei digital zur Verfügung stellen. Weisen Sie bitte auch Ihre Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice auf diese Möglichkeit hin.

Wenn Sie stadt+werk auch künftig regelmäßig als Print- und Digitalausgabe erhalten möchten, freuen wir uns über ein Abonnement.

stadt+werk, Ausgabe 3/4 2020

IDS GmbH
76275 Ettlingen
IDS GmbH
GISA GmbH
06112 Halle (Saale)
GISA GmbH
euroLighting GmbH
72202 Nagold
euroLighting GmbH
Trianel GmbH
52070 Aachen
Trianel GmbH

Aktuelle Meldungen