Dienstag, 2. Juni 2020

Stadtwerke Tecklenburger Land:
Bürgermeister ziehen Bilanz


[15.7.2019] Die Gründung der Stadtwerke Tecklenburger Land vor fünf Jahren hat zu einem neuen Wir-Gefühl und echten Mehrwerten in Cent und Euro geführt. Das berichten die Bürgermeister der sieben beteiligten Gemeinden.

Historischer Moment für die Stadtwerke Tecklenburger Land: Der damalige Aufsichtsratsvorsitzende Heinz Steingröver (vorne, l.) und Mettingens Bürgermeisterin Christina Rählmann überreichen im Jahr 2014 den Schlüssel zum Vertriebszentrum. Fünf Jahre ist es her, dass die nordrhein-westfälischen Gemeinden Hörstel, Hopsten, Ibbenbüren, Lotte, Mettingen, Recke und Westerkappeln die Gründung der Stadtwerke Tecklenburger Land besiegelten (wir berichteten). Nun haben die Bürgermeister Bilanz gezogen und berichten von einem neuen Wir-Gefühl durch die interkommunale Zusammenarbeit und echten Mehrwerten in Cent und Euro.
Marc Schrameyer, Stadtwerke-Aufsichtsratsvorsitzender und Bürgermeister von Ibbenbüren, erklärt: „Wir schaffen Wertschöpfung für die Bürgerinnen und Bürger, die über die Rückflüsse an die Kommunen den Menschen in der Region zu Gute kommt.“ Dabei profitierten die sieben beteiligten Kommunen im Wesentlichen von der Gewinnausschüttung und Gewerbesteuerzahlungen der Stadtwerke Tecklenburger Land.

Verzicht auf Grundsteuererhöhung

„Wenn wir die Stadtwerke nicht hätten, müsste ich unter Umständen die Grundsteuer B erhöhen. So schöpfen wir aus den Gewinnen“, sagt Winfried Pohlmann, Bürgermeister von Hopsten. Aber auch Aktionen wie der Bürgerpreis für ehrenamtliches Engagement oder das Förderprogramm Fit für die Zukunft kommen aus Sicht von Pohlmann in der Region an. So hat der regionale Energieversorger in Hopsten ganz konkret die Umgestaltung des Küsterhauses oder den Dorfladen in Halverde unterstützt. Pohlmanns Amtskollege David Ostholthoff aus Hörstel verweist auf die Zusammenarbeit seiner Stadt mit den Stadtwerken Tecklenburger Land bei der Heizungsanlage für ein Schulzentrum. „Ich sehe die Stadtwerke als Vordenker in der Gemeinschaft der Kommunen mit den Gesellschaftern, sodass wir die Themen Gas und Strom wirklich anpacken“, sagt er. Genau das ist für Lottes Bürgermeister Rainer Lammers das wesentliche Argument für die Stadtwerke Tecklenburger Land. „Letztlich ist in den Gemeinden auch etwas angekommen, was über die Jahre völlig untergegangen war: Wir sind wieder Akteur im Bereich Energie“, lobt er.

Interkommunale Zusammenarbeit im Fokus

Einig sind sich die Bürgermeister der beteiligten Kommunen, was die Zusammenarbeit der Städte und Gemeinden betrifft. „Durch die gemeinsame Gründung der Stadtwerke ist das Thema ,Interkommunale Zusammenarbeit‘ noch weiter in den Fokus gerückt“, beschreibt Mettingens Bürgermeisterin Christina Rählmann die Entwicklung. Dabei setzen die Kommunen auch in Zukunft auf Synergieeffekte, zum Beispiel beim Bäderbetrieb oder der Energiewende. So sieht Reckes Bürgermeister Eckhard Kellermeier Chancen bei der Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen. „Bei diesem Thema könnten die Stadtwerke weitere Dienstleistungen für ihre Kommunen übernehmen, für die Bürgerinnen und Bürger und für Unternehmen“, wagt er einen Blick voraus. Ähnliche Handlungsfelder für die Zukunft nennt Westerkappelns Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer: „Erzeugung regenerativer Energie, Energieberatung und weitere Energiedienstleistungen.“ Auch David Ostholthoff aus Hörstel sieht bei diesem Thema neue Aufgaben für die Stadtwerke. „Mit Blick auf die Energiewende wird die Versorgungsstruktur der Zukunft viel kleinteiliger. Ich erhoffe mir, dass wir in Zusammenarbeit mit der SWTE Netz Lösungen anbieten können, diese Art der Versorgung mitzugestalten.“

Mehrwert in Zahlen

Der Mehrwert, den die Stadtwerke Tecklenburger Land für die sieben beteiligten Kommunen bedeuten, lässt sich auch in Zahlen ausdrücken. Im Jahr 2018 beliefen sich die Einnahmen aller sieben Kommunen durch Erlöse aus den Stadtwerken Tecklenburger Land auf insgesamt rund 1,4 Millionen Euro. Zusätzlich profitierte jede Kommune von den Gewerbesteuereinnahmen. Für 2019 können die Kommunen mit Erträgen inklusive Gewerbesteuer in Höhe von insgesamt knapp zwei Millionen Euro rechnen.
(al)

https://www.stadtwerke-tecklenburgerland.de

Stichwörter: Rekommunalisierung, Stadtwerke Tecklenburger Land

Bildquelle: Oliver Pracht

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